Hochtouren – Tipps zur Planung und Durchführung

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Hochtouren, Tourenplanung, Orientierung, Unterwegs im Gelände

Touren im Hochgebirge sind eine besonderes Erlebnis!
Die faszinierende Welt aus Schnee und Eis fesselt durch ihre Mächtigkeit, Schönheit, Rauhheit und Besonderheit.
Um dieses Erlebnis genießen zu können findest Du hier ein paar Tipps:

  1. Persönliche Fähigkeiten und Fertigkeiten – Die Planung beginnt bei mir selbst.
    Wie Fit bin ich im Moment? Welche technischen Herausforderungen kann ich mir eigenverantwortlich, mit Freunden oder geführt zutrauen?
    Welches KnowHow zur beabsichtigten Tour, zum erwarteten Gelände bringe ich mit?
    Diese Fragen solltest Du dir solide und seriös beantworten können. Bist Du im Moment in der Lage die geforderten Höhenmeter im Hochgebirge mit großem Rucksack zugehen oder lieber eine entspanntere Tour planen? Kann ich alle Entscheidungen eigenverantwortlich treffen, ist meine Gruppe dazu in der Lage oder schließe ich mich die ersten Male lieber doch einer geführten Gruppe an? Sind meine Kenntnisse zum Anseilen und zur Spaltenrettung noch aktuell? Kann ich die erwarteten Schwierigkeiten auf Tour solide bewältigen oder muss ich vorher noch etwas gezielter trainieren? Und berücksichtige die Höhenlagen, in denen Du dich bewegst. Eine gute Akklimatisation ist für manche Touren nicht nur zweckmäßig, sondern kann auch absolute Voraussetzung sein.
    Wenn Du dir für deine beabsichtigte Tour alle Fragen ohne Bauchweh und Zweifel mit Ja beantworten kannst, dann ist die Tour passend.
  2. Wer kommt mit – Faktor Mensch
    Als nächster Schritt solltest Du die Aufmerksamkeit auf deine Gruppe legen. Sind alle Teilnehmer in der gleichen Lage und können sich die Fragen mit Ja beantworten?
    Welche Erwartungshaltungen haben die Teilnehmer? Soziale Zwänge – Gruppenzwang? Informelle Führer? Welche Vorkenntnisse sind vorhanden? Kennen wir uns oder ist es die erste gemeinsame Bergfahrt?
    Diese Punkte und bei Bedarf noch weitere, sollte man vorab klären, um somit das eigentliche Ziel nicht zu verlieren. Bei Änderungen einheitlich entscheiden zu können und unvorhergesehene Situationen gemeinsam zu bewältigen.
    Generell sollte man zu große Gruppen vermeiden. Eine Seilschaft sollte zwischen 2-6 Personen sein. Wobei der 2er Seilschaft besondere Bedeutung beim Begehen von Gletschern zukommt.
  3. Tourenplanung – Wo geht´s hin und welche Alternativen
    Eine gute Tourenplanung im Vorfeld ist oftmals entscheidend. Mit aktueller Führerliteratur, aktuellem Kartenmaterial und Zugriff auf gute Tourenportale kann man sich, gerade für gängige Touren, sehr gut vorbereiten. Höhenmeter und Schwierigkeiten sind dann keine Überraschung. Die aktuellen Verhältnisse vorab erfragen, bei Hüttenwirten, lokalen Bergschulen oder Infostellen ist meist problemlos machbar. So kannst Du mit dem Wetterbericht eine Entwicklung absehen und Dich auf die dann vorherrschenden Bedingungen gut einstellen.
    Es empfiehlt sich auf jeden Fall immer eine passende Alternative zu planen, um dann flexibel genug zu sein, dass man die Tour nicht erzwingen muss.
  4. Ausrüstung – Was hab ich und was brauchen wir
    Mit der richtigen Tourenplanung ergibt sich auch die richtige Ausrüstung. Wenn Du weißt, was dich erwartet, dann weißt Du auch was Du benötigst.
    Um es mit den Worten von Antoine de Saint-Exupery zu sagen: „Perfektion ist nicht erreicht, wenn Du nichts mehr hinzufügen kannst, sondern wenn Du nichts mehr weglassen kannst.“
    Die Erfahrung zeigt, dass eine auf die zu erwartenden Verhältnisse und die Schwierigkeiten, abgestimmte Auswahl der Ausrüstung, nicht nur das Risiko minimiert, sondern vor allem den Genuss erhöht!
  5. On Tour – Entscheidung im Einzelhang
    Bist Du nun On Tour solltest Du immer im Blick haben, ob deine Planung und deine Erwartungen zu den Teilnehmern, zum Gelände und zu den Verhältnissen passen.
    Gibt es Änderungen wie zB Wetterumschwung, Gletscherrückgang, der nicht in Karten erkennbar war oder Schwierigkeiten bei den Teilnehmern, dann ist eine passende Entscheidung leichter zu finden, da Du weißt was dich noch erwartet und ob deine Reserven reichen.
    Zudem ist es leichter die Orientierung zu behalten, wenn Du dich vorab bereits mit Karte und Gelände intensiv beschäftigt hast.
    Klassische O-Mittel wie Karte, Kompass und Höhenmesser sind auf jeder Hochgebirgstour obligat. Ergänzend sind natürlich weitere Mittel wie GPS, Handy-Apps und Tracks ideal.
  6. Wir sind ein Teil der Natur
    Unsere Natur ist einzigartig! Wenn Du dich im Gebirge bewegst, dann nimm Dir die Zeit auch Flora und Fauna bewusst zu beachten. Im Hochgebirge finden wir sehr viele Spezialisten, die in unserem Ökosystem nur dort zu finden sind. Du wirst staunen mit welch ausgeklügelten Methoden das Leben einen Weg gefunden hat, um dauerhaft und robust dort seinen Platz einzunehmen. Doch ebenso sensibel ist dieses System in der Bergwelt. Wenn wir durch unser Verhalten nicht dazu beitragen, dass es weiterhin gedeihen kann, dann werden wir viele dieser Lebewesen bald nicht mehr finden. Die Folgen auf das ganze Ökosystem sind oftmals gar nicht absehbar.
    Wir Menschen sind ein Teil der Natur, ein Teil der Welt, egal wo wir uns auf ihr und in ihr bewegen.
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